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Ich heiße Tanja Salkowski. 2008 erhielt ich die Diagnose rezidivierende, mittelschwere Depression. Seitdem schreibe ich und rede darüber.

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Tag der seelischen Gesundheit - wozu?

09.10.2017

 

Morgen ist internationaler Tag der Seelischen Gesundheit. Angesichts der steigenden Krankheitsausfälle aufgrund von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz (aktuelle AOK Studie), der vielen erkrankten Kinder und Jugendliche, die immer mehr unter Stress und Überforderung leiden (aktuelle DAK Studie), angesichts der steigenden Nachfragen an Psychotherapeuten und Kliniken, kann mir keiner dieser Koryphäen, die morgen mal wieder ihre Statements abgeben werden, sagen, dass wir auf einem guten Weg sind. Denn diese behaupten, dass alles nicht so schlimm sei und dass die Zahl der an Depression erkrankten Menschen gar nicht gestiegen ist.
Selbst ein Bundesgesundheitsminister hat dies irgendwann mal dieses Jahr behauptet (ich war live dabei), O-Ton: "Alle werden gut versorgt!".
Ich kann es nicht mehr hören. Ja, unser Gesundheitssystem ist toll. Wir leben in Deutschland.

Wir werden relativ - aber nur relativ - gut aufgefangen (im Vergleich zu manch anderen Ländern). Aber nein, ich möchte nicht den tausendsten Vortrag über Behandlungsgmethoden á la "Kombination aus Therapie & Pillen ist supi!" hören. Ich möchte auch nicht mehr hören, dass wir alle Yoga machen sollen und damit alles bereinigt wird. Ich möchte auch nicht mehr hören, dass jeder sofort eine adäquate Hilfe bekommt, denn das ist eine Lüge! Ich möchte auch nicht mehr hören, dass es zu wenig Psychotherapeuten in Deutschland gibt, denn das ist ebenso eine Lüge! (Sie bekommen nur keine Zulassung, weil irgendwer irgendeine "Obergrenze" festgelegt hat). Ich möchte auch nicht mehr hören, dass es genügend Psychotherapeuten gibt, denn das ist die dritte Lüge (bei einer Wartezeit von durchschnittlich mindestens 3 Monaten bis zu 1 Jahr, kann man beim besten Willen nicht das Wort "genügend" in den Mund nehmen!). 
So, und was möchte ich nun hören?

Zum Beispiel sowas wie:

 

  1. Der Staat macht mal richtig viel Geld locker für Projekte, Vereine und Organisationen, die Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Aber bitte so viel Geld, damit man als engagierter Mensch nicht jeden Tag um seine Existenz zittern muss!

  2. Sofortige Hilfe für jeden, der einen Therapeuten braucht. 

  3. Es wird mal nach den Ursachen gebohrt. Warum werden Menschen am Arbeitsplatz krank? Warum sind Schüler gestresst? Warum sind Menschen mit ihrem Leben überfordert?

  4. Neue Ansätze schaffen. Neue Ideen austüfteln. Dagegenhalten. Vielleicht neue Lebensmodelle einführen (auch vom Staat unterstützt!). Vielleicht statt 8h-Tag einen 6h-Tag einführen, wie es die Skandinavier gerade tun? Vielleicht die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens? Vielleicht das Schulsystem ändern?

 

Prävention, statt Kapitulation!
Jeder Tag sollte Tag der seelischen Gesundheit sein! Warum sollen wir uns nur an einem einzigen Tag im Jahr daran erinnern, wie wir gerade scheitern?

 

Aber wir können die Verantwortung nicht immer an andere abgeben. Wir können als einzelner Mensch zwar nicht das Große verändern, aber wir können uns ändern. Und damit verändern wir auch zugleich das Große. 

Wir können meckern und schnauben, so wie ich das gerade und gerne tue. Aber mein Leben liegt in meiner Hand und ich bin mein eigener Boss. Und ich bin die Einzige, die mir selbst in den Hintern treten kann - indem ich für mich herausfinde, wer ich eigentlich bin und was ich möchte. Ich bin die Einzige, die mir jeden Tag etwas Gutes tun kann, damit es meiner Seele prächtig geht.
Und wenn ich mich für andere engagieren möchte und alles kritisch hinterfrage, dann tue ich das. Und wenn ich mich dagegen stemme, gegen Gesellschaft und System, dann tue ich das auch.

Denn es geht um meine Gesundheit. 

 

 

 

 

 

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